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Exklusive deutsche Institute kürzen Wachstumsprognosen für Engpassquellen

Ein allgemeiner Blick auf leere Straßen in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Hauptbahnhofs inmitten der Coronavirus-Epidemie (COVID-19) während der Sperrung in Berlin, Deutschland, 20. Januar 2021. REUTERS/Fabrizio Bench

  • Deutsche Institute senken ihre Wachstumsprognose für 2021 auf 2,4 %
  • Der Export Deutschlands wurde von Hürden in der globalen Lieferkette getroffen
  • Andere Indikatoren deuten auf eine konjunkturelle Abschwächung hin

BERLIN (Reuters) – Deutschlands Top-Wirtschaftsinstitute werden am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für 2021 für Europas größte Volkswirtschaft von 3,7 Prozent auf 2,4 Prozent senken, da globale Lieferengpässe die Erholung behindern, teilten zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen Reuters mit.

Die fünf Institute – RWI in Essen, DIW in Berlin, ifo in München, IfW in Kiel und IWH in Halle – werden ihre gemeinsamen Prognosen vor dem Hintergrund einer Reihe von Indikatoren veröffentlichen, die Deutschlands Wachstumsaussichten nachlassen.

Die exportorientierte Wirtschaft ist den Lieferkettenhürden mehr als ausgesetzt, die auf den globalen Handelsrouten aufgetreten sind, während Unternehmen versuchen, sich von der schweren Rezession zu erholen, die durch die Coronavirus-Pandemie des letzten Jahres verursacht wurde.

Die weltweite Fertigung leidet unter einem Mangel an Komponenten wie Halbleitern, verstopften Häfen und einem Mangel an Frachtcontainern. Die Arbeitsmarktkrise hat das Chaos nach den pandemiebedingten Shutdowns im vergangenen Jahr noch verstärkt.

Sollten sich die neuen Prognosen des Instituts als richtig erweisen, wird dies zu einem Abwärtstrend der Gesamtaussichten für die Eurozone führen. Die Europäische Kommission sieht das Wachstum im Jahr 2021 bislang optimistisch und hat angedeutet, ihre Prognose für dieses Jahr um 4,8% anzuheben, anstatt sie zu senken. Die neuen Schätzungen sollen Anfang nächsten Monats veröffentlicht werden.

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Auf der positiven Seite werden die Institutionen auch ihre Wachstumsprognose für das nächste Jahr von 3,9 % auf 4,8 % anheben – was darauf hindeutet, dass die Aktivität verschoben wird, anstatt sie vollständig zu verlieren – und für 2023 ein Wirtschaftswachstum von 1,9 % prognostizieren, sagten die beiden Beamten .

Die schwachen Aussichten für das deutsche Wachstum werden in einer Vielzahl von Indikatoren gut veranschaulicht. Die genau beobachtete ZEW-Umfrage in dieser Woche zeigte, dass sich die Konjunkturstimmung aufgrund anhaltender Engpässe den fünften Monat in Folge verschlechterte.

„Die Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich deutlich eingetrübt“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach und verwies auf die Verknappung von Rohstoffen und Vorprodukten.

Turbulenz

Die Europäische Zentralbank, die den Notfall-Konjunkturplan bis März nächsten Jahres fertigstellen will, bezeichnete die Engpässe als vorübergehend. Aber es gibt eine wachsende Anerkennung, dass sie sich als konsequenter erweisen, als zunächst angenommen.

Die neuesten Daten zur deutschen Industrieproduktion für August zeigten, dass die Produktion den stärksten Rückgang seit April letzten Jahres erlitt, da die Lieferkettenunterbrechungen den Automobilsektor des Landes hart trafen. Weiterlesen

Die Daten des Statistikamts zeigten letzte Woche, dass die deutschen Exportmengen im August zum ersten Mal seit 15 Monaten zurückgingen und unerwartet zurückgingen, da die Lieferkettenprobleme der Weltwirtschaft weiterhin belasteten.

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Deutschland 2021 gegenüber seiner Juli-Prognose bereits um einen halben Prozentpunkt auf 3,1 % gesenkt. Auch Engpässe und Inflationsdruck wurden als Hindernis für die globale Erholung genannt. Weiterlesen

Das deutsche BIP ist im Jahr 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie um 4,6% gesunken. Die Bundesregierung, die für dieses Jahr bisher 3,5 % Wachstum prognostiziert und im nächsten Jahr 3,6 % prognostiziert hat, wird voraussichtlich auch in diesem Monat ihre Schätzungen aktualisieren.

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Offizielle Daten zum Wirtschaftswachstum für das dritte Quartal werden am 29. Oktober erwartet.

(Berichterstattung von Renee Wagner) Geschrieben von: Reham El Koussa und Miranda Murray. Bearbeitung von Maria Sheehan und Toby Chopra

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