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Nach Angaben des Stabilitätsrates wird das deutsche Defizit im Jahr 2024 voraussichtlich auf 1,75 % steigen

Nach Angaben des Stabilitätsrates wird das deutsche Defizit im Jahr 2024 voraussichtlich auf 1,75 % steigen

BERLIN (Reuters) – Das gesamtstaatliche Defizit Deutschlands wird im Jahr 2024 voraussichtlich etwa 1,75 % des Bruttoinlandsprodukts betragen und im nächsten Jahr auf etwa 1 % sinken, sagte der Deutsche Stabilitätsrat, der die Finanzen von Bund und Ländern koordiniert.

Der Rat fügte hinzu, dass das strukturelle Staatsdefizit, das um konjunkturelle und einige einmalige Effekte bereinigt wird, im Jahr 2024 voraussichtlich etwa 1,25 % des BIP betragen, im Jahr 2025 auf etwa 0,75 % sinken und in den nächsten zwei Jahren wieder leicht ansteigen wird. Montag.

Am Ende des Prognosezeitraums im Jahr 2028 dürfte das Defizit nach Einschätzung des Rates rund 1 % des BIP erreichen und so die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte gewährleisten.

Der Beirat des Rates hält die erwarteten Defizitquoten für angemessen, sieht jedoch einen großen Bedarf an einer restriktiven Finanzpolitik, um sie tatsächlich zu erreichen.

„Eine eher restriktive Finanzpolitik dämpft nicht nur die Inflation. Sie ermöglicht es auch, nachhaltige Investitionsspielräume zu schaffen“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner am Montag auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung.

Allerdings stellte der Rat fest, dass Deutschland sich im Prognosezeitraum nicht an die EU-Haushaltsregeln, den sogenannten Stabilitäts- und Wachstumspakt, halten wird, die das strukturelle Defizit auf 0,5 % des BIP begrenzen.

Das Bundesfinanzministerium erwartet schwierige Vorbereitungen für den Haushaltsentwurf 2025, da weitere Ausgabenkürzungen erforderlich sein werden.

Bis letzte Woche hatten die Ministerien Zeit, ihre Ausgabenwünsche festzulegen und ebenfalls Sparvorschläge einzureichen. Alle Ministerien reichten ihre Pläne ein.

Die Mehrheit der Ministerien hat vernünftige Vorschläge vorgelegt. „Das ist sehr zu begrüßen“, sagte Lindner.

Er fügte hinzu, dass einige Ministerien übermäßige Ausgabenwünsche hätten, und bezog sich dabei auf fünf Ministerien, ohne sie zu nennen.

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Dazu gehören das von den Grünen geführte Außenministerium sowie das Entwicklungs- und das Verteidigungsministerium, die beide von der Sozialdemokratischen Partei geführt werden. Das Innenministerium und das Arbeitsministerium – beide ebenfalls von der Sozialdemokratischen Partei geführt – könnten Gegenstand schwieriger Verhandlungen sein.

„Es gibt einzelne Abteilungen, die extravagante Wunschlisten erstellt haben – sozusagen Weihnachten, Ostern und Geburtstage zusammen“, sagte Lindner. „das ist inakzeptabel.“

Der Finanzminister sagte, das Wirtschaftswachstum Deutschlands werde nicht ausreichen, um Steuergelder im Ausland auszugeben.

„Unsere Wirtschaftskraft reicht nicht aus, um die Wünsche einzelner Ministerien nach Auslandsengagements vollständig zu erfüllen“, sagte Lindner, ohne Zahlen zu zusätzlichen Ausgabenanfragen zu nennen.

Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr ein BIP-Wachstum von 0,3 %.

Lindner sagte, internationale Zusammenarbeit sei nicht nachhaltig und nur in konjunkturellen Zeiten wirtschaftlicher Stärke möglich.

Er betonte, dass der Schwerpunkt derzeit auf der Unterstützung der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen Russland liegen müsse.

In der Koalitionsregierung aus SPD, Grünen und wirtschaftsfreundlichen Liberaldemokraten wird es weitere politische Diskussionen geben, bis das Kabinett am 3. Juli, also vor der Sommerpause, den ersten Entwurf verabschiedet.

(Berichterstattung von Maria Martinez und Christian Kramer; Redaktion von Miranda Murray, Ed Osmond und David Gregorio)