Limburger Zeitung

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JJ 07/62: Dave Brubeck – Countdown-Zeit im Weltraum

Für Brubeck-Maßstäbe ist dies ein großartiges Album. Es ist die Mischung wie zuvor, hochglanzpoliert, rhythmisch komplex und unruhig, aber es besteht kein Zweifel, dass Brubeck ein Komponist von Verdiensten ist und seine drei Musiker zu den erfahrensten auf ihrem Gebiet gehören.

Ist es guter Jazz? Leider muss ich sagen, dass ich das nicht glaube. Das ist tolle Musik, aber Herr Brubecks Vorstellung von den roten Fleischkomponenten des Jazz ist ganz anders als meine.

Wenn wir Brubecks Musik jedoch nur als Form betrachten, schlägt dieses Album alles, was ich seit den alten Hits „Oberlin“ und „Jazz Goes To College“ gehört habe. Desmond ist die ganze Zeit großartig, wie üblich erwähnt man, dass Stan Getz in einer deutschen Blaskapelle spielt. Morello, auf dem dieses Album stark basiert, leistet einen leichten Job, um rein zu sein, und setzt die Trommel an ein oder zwei Stellen mit großer Wirkung ein.

Brubeck spielt einige seiner populären Songs, insbesondere in „Countdown“, wo es ihm gelingt, auf einem schlechten Klavier wie Meade Lux Lewis zu klingen. Dieser Track swingt auf eine Weise, die Brubeck fast respektlos vorkommt, und macht aus einer zehntaktigen linken Hand großartiges Zeug. Desmonds Highlights sind „Eleven Four“, „Prince“, „Three’s A Crowd“ und „Back To Earth“.

Die vier Tracks beginnend mit „Fast Life“ (Brubeck klingt wie Phineas Newborn) stammen aus dem Ballett „Maiden In The Tower“, an dem Brubeck gerade schreibt. Das ist Brubeckiana von seiner besten Seite. „Fast“ zerstreut alle Zweifel an der Fähigkeit eines Mannes, Klavier zu spielen, und die Art und Weise, wie Desmond in „Waltz Limp“ drängt, ist eine Lektion in der Erzeugung von Saxophontönen.

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Wie ich, wird Sie wahrscheinlich das schwere Banner auf dem Ärmel abschrecken: „Dieses Album soll lügen. COL. JOHN H. GLENN, JR.“ Man könnte sich vorstellen, dass der nächste mutige Astronaut auf dem Weg zum Rakete: „Ich möchte ihm meine nächste Umlaufbahn widmen …“

Diskographie
Countdown; Elf Vier Warum Phyllis? Eines Tages wird mein Prinz kommen; Kastilischer Blues (16 min) – Kastilische Trommeln; Rasantes Leben; walzer lim jamming dritte; Tanzduett Zurück zur Erde (21 min)
Paul Desmond (alternativ); Dave Brubeck (S.); Jane Wright (b); Joe Morello (D). 1962.
(CBS BPG 62013! 2inLP 36s. 9d.)