Limburger Zeitung

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Bundestag verabschiedet Beschluss zur Vertiefung der Beziehungen zu Taiwan

BERLIN, 11. Dezember (CNA) – Der Deutsche Bundestag forderte die Berliner Regierung in einer Resolution auf, ihre Taiwan-Politik neu zu überdenken und den Austausch mit Taipeh zu vertiefen, schloss jedoch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Taiwan aus.

Der Petitionsausschuss des neuen Deutschen Bundestages, der im Oktober nach den Bundestagswahlen im September erstmals zusammentrat, hat am 9. Dezember in einer Resolution die Regierung aufgefordert, den Austausch mit Taiwan zu vertiefen.

Der Ausschuss beschloss außerdem, einen früheren Vorschlag zur Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen mit der Republik China (Taiwan) an das Außenministerium und jeden parlamentarischen Block weiterzuleiten.

In der Resolution heißt es, dass das Land seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China im Jahr 1972 an der sogenannten „Ein-China-Politik“ festhält, die die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Taiwan ausschließt.

Deutschland unterstützt jedoch ein enges politisches, wirtschaftliches und soziales Engagement mit Taiwan und erklärt, dass der Ausbau der Zusammenarbeit mit Taipeh im Interesse Deutschlands und Europas liegt.

Darüber hinaus sollte die Bundesregierung angesichts der sich rasch ändernden internationalen Lage ihre Politik gegenüber Taiwan einschließlich der Möglichkeit einer Anerkennung als souveränes Land überdenken und eine Vertiefung des Austauschs und der Zusammenarbeit erwägen, so der Beschluss.

Der Antrag, der Deutschland auffordert, diplomatische Beziehungen zu Taiwan aufzunehmen, wurde im Mai 2019 vom deutschen Staatsbürger Michael Kreuzberg initiiert und erhielt im Oktober desselben Jahres mehr als 50.000 Unterschriften, die dem Parlament zur Diskussion vorgelegt werden mussten.

Der Petitionsausschuss des Bundestages hat im Dezember 2019 eine öffentliche Anhörung zu dem Antrag durchgeführt.

Während der öffentlichen Anhörung sagte Petra Sigmund, Generaldirektorin der Region Asien-Pazifik im Auswärtigen Amt, dass Taiwan und Deutschland Werte wie Demokratie und Freiheit teilen und einen häufigen Austausch im wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Bereich pflegen. Deutschland plane, die Beziehungen zu Taiwan auszubauen.

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Siegmund sagte jedoch, Deutschland schließe die Möglichkeit aus, im Rahmen der „Ein-China-Politik“ diplomatische Beziehungen zu Taiwan aufzunehmen. Die Petition wurde daraufhin vertagt.

Taiwans Repräsentanz in Deutschland begrüßte die Entscheidung vom 9. Dezember und dankte dem deutschen Gesetzgeber für die Unterstützung stärkerer Beziehungen zu Taiwan und sagte, er freue sich auf die Reaktion der deutschen Regierung auf den Vorschlag.

(von Lin Yu Li und Evelyn Cao)

Enditem / AW