Limburger Zeitung

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Premier League bricht Transferrekord von 1.9 Milliarden Pfund

Nachdem der europäische Fußball aufgrund der Corona Pandemie magere Jahre durchmachen musste, hat sich das Business trotz der Krise in Osteuropa erholt. Die schwierigen Zeiten mit Spielausfällen und Zuschauerausschluss aufgrund der hohen Virusinzidenzen scheinen vorbei zu sein und die meisten Ligen schauen wieder positiv in die Zukunft. Allerdings gilt es auch für die Proficlubs, die Energiekrise und die Inflation weiter genau im Auge zu behalten. Die Probleme, die in erster Linie aufgrund des Einmarschs Russlands in die Ukraine entstanden sind, hatten viele im Sommer noch nicht im Blick. So saß vor einigen Monaten das Geld richtig locker. Besonders die Vereine der Premier League investierten hohe Summen in den Kader.

Laut verschiedener Hochrechnungen hat die Premier League, die sowieso seit langer Zeit als finanzstärkste Liga in Europa gilt, ihren eigenen Rekord in diesem Transfersommer erneut übertroffen. Alleine in der Transferperiode zwischen der Saison 2021/2022 und der Spielzeit 2022/2023 investierten die Vereine der 1. Englischen Fußballliga 1.9 Milliarden britische Pfund. Dies entspricht mehr als 2.2 Milliarden Euro und ist deutlich mehr als in jedem anderen vorherigen Transfersommer. Es ist sogar mehr, als die Clubs der Premier League jemals im Laufe einer Saison für neue Spieler ausgegeben haben.

Diese astronomischen Summen wären in Deutschland nicht möglich, da in der Bundesrepublik der Fußball anders funktioniert. In England sind viele Vereine im Besitz von Privatpersonen oder Investorengruppen, die viele Millionen Euro in Vereinsinfrastruktur und Kader pumpen. Das Financial Fair Play kann meist einfach ausgehebelt werden und ist dank der enormen Summen, die von den Vereinen der Premier League durch Fernsehrechte generiert werden, meist zu vernachlässigen. So können die Besitzer gemütlich „shoppen“ gehen und die besten Spieler der Welt mit Ablösesummen und Jahresgehältern locken, die keine andere Liga zahlen können.

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Der bekannteste, aber bei Weitem nicht teuerste Transfer des Sommers war Erling Haaland. Der junge norwegische Stürmer wechselte für eine festgeschriebene Ablösesumme von rund 75 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu Manchester City. Hier schlug der Youngster ein wie eine Bombe. Er eilt auch in England von Torrekord zu Torrekord. Aktuell steht der 22-Jährige bei 15 Toren in 10 Premier League spielen. Am Wochenende blieb er im Prestigeduell gegen den FC Liverpool ausnahmsweise torlos. Liverpool gewann knapp mit 1:0 gegen City und konnte so verhindern, noch tiefer in die Krise zu geraten.

Der mit Abstand teuerste Transfer des Sommers war der Wechsel des Brasilianers Antony von Ajax Amsterdam zu Manchester United. Der 22-jährige Rechtsaußen soll die Red Devils unglaubliche 95 Millionen Euro gekostet haben. Das Team aus Manchester verpflichtet zudem mit Casemiro einen Landsmann des Außenstürmers für mehr als 70 Millionen Euro. Auch der dritte Topneuzugang war nicht gerade billig. Der Argentinier Lisandro Martínez kam für mehr als 57 Millionen Euro Ablöse von Ajax Amsterdam.

Auch der FC Chelsea griff im Sommer tief in die Taschen. Neben Wesley Fofana, der für mehr als 80 Millionen Euro von Leicester City kam, kosteten auch Linksaußen Marc Cucurella mit 65 Millionen und Reheem Sterling mit 56 Millionen deutlich mehr als 50 Millionen Euro. Die Blues sind mit den vielen hochkarätigen Zugängen, was die Ausgaben angeht, einsame Spitze. Alleine im Sommer gab der Verein über 280 Millionen Euro für neue Spieler aus.