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„Fisher Day“ soll es Frauen ermöglichen, an Wettkämpfen teilzunehmen, urteilt deutsches Gericht | Deutschland

Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass Frauen nicht von einer traditionellen Veranstaltung ausgeschlossen werden können, bei der Fischer um den größten Fisch in einem Bach, der durch eine bayerische Stadt fließt, wetteifern.

Das staatliche Gericht in Memmington sagte, das Komitee, das die Stadt organisiert Angeltag, oder Fisher Day, soll es weiblichen Mitgliedern ermöglichen, am Höhepunkt der jährlichen Sommerveranstaltung teilzunehmen. Der größte Fischer wird zum „König der Fischer“ gekrönt.

Diese Tradition soll bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Die Gesetze der Veranstalter von 1931 besagen, dass nur männliche Mitglieder teilnehmen dürfen, die mindestens fünf Jahre in Memmington gelebt haben, “um das jahrhundertealte Erbe zu bewahren”.

Ein weibliches Mitglied, das Einspruch einlegte, brachte ihren Fall vor ein Bezirksgericht in Memmington, wo das staatliche Gericht am Mittwoch die Berufung der Organisatoren abwies. Sie stellte fest, dass ihre erklärten Motive für Heimatgeschichte, Kultur und Umweltschutz die Ungleichbehandlung der Mitglieder nicht rechtfertigen.

Das Gericht urteilte auch, dass die Veranstaltung längst keine absolut verlässliche Reproduktion der Geschichte mehr sei.

Das Gremium will am Donnerstag entscheiden, ob ein Bundesgericht angerufen werden soll, berichtete die deutsche Nachrichtenagentur dpa.

Beide Seiten lehnten die Empfehlung des Obersten Richters im vergangenen Monat ab und streben eine außergerichtliche Einigung an. Die Organisatoren argumentierten, dass eine Mehrheit ihrer Vertreter einem Kompromiss zustimmen sollte, aber sie hatten sich bereits zweimal geweigert, die Show für Frauen zu öffnen.

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