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Die Schweiz wählt einen Standort nahe der deutschen Grenze zur Lagerung von Atommüll | Schweiz

Die Schweizer Behörden wählten einen Standort im Norden Schweiz Unweit der deutschen Grenze soll ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle entstehen.

Nach fast 50 Jahren der Suche nach der besten Möglichkeit, radioaktive Abfälle zu lagern, bereitet sich die Schweiz auf ihr „Projekt des Jahrhunderts“ vor, bei dem abgebrannte Kernbrennstoffe tief in der Erde im Schlamm vergraben werden.

Die für den Umgang mit radioaktiven Abfällen im Land zuständige Organisation sagte am Samstag, sie habe entschieden, dass die Region Nordlich-Lagern der beste von drei Standorten sei, die sie für das unterirdische Lager in Betracht ziehe.

Die Behörden haben Nordlich Lagern als sichersten Standort für ein geologisches Tiefenlager ausgewählt“, sagt Felix Glauser, Sprecher der National Collaborative for the Elimination of Radioactive Materials. Müll (Nagra), teilte AFP in einer E-Mail mit und bestätigte damit einen Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-ATS.

Er fügte hinzu: „Umfangreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Nordlich Lagern der geeignetste Standort ist und über die größten Sicherheitsreserven verfügt.“

Die Nagra hat die Anwohner direkt informiert und wird ihren Vorschlag voraussichtlich am Montag der Schweizer Regierung vorlegen, berichtete Keystone-ATS.

Die Schweizer Regierung wird voraussichtlich erst 2029 eine endgültige Entscheidung treffen, aber das wird wahrscheinlich nicht das letzte Wort sein, da die Frage im Rahmen des direktdemokratischen Systems der Schweiz wahrscheinlich einem Referendum unterzogen wird.

Schweizer Kernkraftwerke pumpen seit mehr als einem halben Jahrhundert radioaktive Abfälle ab. Nach dem Atomunfall 2011 im japanischen Kraftwerk Fukushima hat die Schweiz den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen: Ihre Reaktoren könnten so lange laufen, wie sie sicher sind.

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Derzeit lagern die Abfälle in einem Zwischenlager in Würenlingen, 15 km von der deutschen Grenze entfernt.

Mit der neuen Anlage hofft die Schweiz, in die Elite der Länder aufgenommen zu werden, die sich der geologischen Tiefenspeicherung nähern. Bisher ist es das einzige Finnland, das eine Granitanlage gebaut hat. Schweden gab im Januar grünes Licht für den Bau einer eigenen Anlage, um abgebrannte Kernbrennstoffe in Granit zu vergraben. Frankreich plant auch, radioaktive Abfälle unterirdisch in Schlamm zu lagern.

In der Schweiz müssen 83’000 Kubikmeter radioaktiver Abfall, darunter auch hochaktiver Abfall, vergraben werden. Diese Menge entspricht der 60-jährigen Betriebsdauer der Kernkraftwerke Beznau, Gosgen und Leibstadt sowie der 47-jährigen Betriebsdauer von Mühleberg vor der Schließung im Jahr 2019.

Die Auffüllung der unterirdischen Atommüllfriedhöfe soll bis 2060 beginnen, gefolgt von mehreren Jahrzehnten der genauen Überwachung. Die Seite wird irgendwann im 22. Jahrhundert geschlossen.