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Deutschland: Beamte warnen davor, dass die vierte Welle des Coronavirus zu Einschränkungen für Nicht-Impfer führen könnte DW

Top-Gesundheitsbeamte warnten am Mittwoch, dass Deutschland in eine vierte Welle der Pandemie eintritt, und forderten mehr Menschen auf, sich den COVID-19-Impfstoff zu besorgen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Leiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten, Lothar Wheeler, sagten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass späte Impfzahlen und die Nichteinhaltung der Protokolle die Fallzahlen in die Höhe treiben.

„Wenn wir nicht handeln, wird die vierte Welle wieder viel Leid mit sich bringen“, sagte Wheeler in Berlin, „viele werden schwer erkranken und sterben, und das Gesundheitswesen wird wieder stark belastet.“

Die Impfstelle in Berlin bietet gegen eine Spritze ein Döner-Sandwich an

In den letzten Monaten hat sich das Leben in Deutschland weitgehend normalisiert, Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert und Großveranstaltungen wieder erlaubt.

Dies geschah durch Vorschriften, die Kontrollen vorschreiben, um sicherzustellen, dass Personen geimpft, genesen oder negativ getestet wurden, bevor sie öffentliche Orte wie Konzertsäle, Stadien, Restaurants, Bars und Nachtclubs betreten.

Wheeler sagte, die sich verschlechternde Situation sei auf unzureichende Impfzahlen und das Versäumnis der Menschen zurückzuführen, Regeln wie die sorgfältige Überprüfung, ob jemand geimpft wurde, bevor sie einen öffentlichen Ort betreten, nicht einzuhalten.

Die neuesten Zahlen des RKI für Deutschland zeigen in den letzten 24 Stunden mehr als 20.300 neue COVID-Fälle mit 194 Todesfällen. Der Sieben-Tage-Durchschnitt der landesweiten Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner liegt bei 146, dem höchsten seit Mai.

ungeimpfte Pandemie

„Die Epidemie ist noch nicht vorbei“, sagte Spahn und fügte hinzu, dass es sich jetzt um „eine nicht-immune Epidemie – und sie ist weit verbreitet“ handelt.

„Die vierte Welle ist in vollem Gange“, sagte Spahn und wies auf die hohe Zahl von Patienten auf Intensivstationen in bestimmten Gebieten hin, insbesondere dort, wo die Impfrate niedriger ist.

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Spahn empfahl den Bundesländern, Maßnahmen zu ergreifen, darunter eine bessere Überprüfung des Impfstatus an öffentlichen Orten, die Verbesserung der Testsysteme für Pflegeheime und Gesundheitseinrichtungen und die Bereitstellung von „mehreren Auffrischimpfungen“ von COVID-19-Impfstoffen.

Spahn sagte, die Gesamtimpfungsrate in Deutschland sei noch immer zu niedrig und forderte alle Bundesländer auf, Einwohnern über 60 Jahren Auffrischungsimpfung anzubieten.

Mehr als 66 % der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig geimpft, aber eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Erwachsenen, die noch nicht geimpft wurden, dies nicht beabsichtigt.

Weitere COVID-19-Einschränkungen in Zukunft?

„Wenn sich die epidemiologische Lage in Krankenhäusern verschlimmert … ist es möglich, ungeimpfte Personen weiter einzuschränken“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch durch ihren Sprecher Stephen Seibert.

Dazu könnte ein in Deutschland als „2G“ bekanntes System gehören, das ungeimpfte Personen vom Betreten öffentlicher Plätze ausschließt. Im sogenannten 3G-System werden Personen mit einem kürzlich negativen COVID-19-Testergebnis eingelassen.

Spahn sagte auch, dass das „2G“-System in besonders stark betroffenen Gebieten implementiert werden könnte.

„Es geht nicht um Mobbing-Impfstoffe, sondern darum, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden“, sagte er.

Die Gesundheitsminister der 16 deutschen Bundesländer planen am Donnerstag und Freitag, sich zu treffen und zu diskutieren, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Im deutschen föderalen System werden Gesundheitsprotokolle auf Landesebene definiert.

Einige Staaten schreiten bereits mit der Wiedereinführung von Vorschriften voran. Im südlichen Bundesland Bayern wurde die Maskenpflicht an den Schulen wieder eingeführt.

In Hessen, dem Finanzplatz Frankfurt, werden neue Prüfvorschriften für Besucher von Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen vorbereitet.

In Baden-Württemberg müssen ungeimpfte Personen einen negativen PCR-Test vorweisen, um öffentliche Orte wie Restaurants, Bars und Theater zu betreten.

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Spahn wiederholte, dass es unter deutschen Regierungsbeamten keinen Plan gibt, zu pauschalen Sperren oder Kontaktbeschränkungen für Personen zurückzukehren, die geimpft und genesen sind, um das Virus einzudämmen.

wmr/nm (dpa, AFP, Reuters, epd)