Limburger Zeitung

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Deutscher Cybersicherheitschef nach Berichten über Verbindungen zu Russland entlassen | Deutschland

Deutschlands Innenminister hat den Cybersicherheitschef des Landes entlassen, nachdem ihm vorgeworfen wurde, er habe bei einem Unternehmen mit Verbindungen zu russischen Sicherheitskreisen ein Auge zugedrückt.

Das Magazin Der Spiegel berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Arne Schönbaum, Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, sei am Dienstag sofort freigelassen worden.

Eine Sprecherin von Bundesinnenministerin Nancy Visser bestätigte, Schönbaum werde von seinem Posten abberufen, weil „das notwendige Vertrauen der Öffentlichkeit in die Unparteilichkeit und Integrität seiner Führung als Chef von Deutschlands wichtigster Cybersicherheitsbehörde beschädigt wurde“.

Schönbaum, der seit 2016 für Behörden zuständig ist, die Computersicherheit und Regierungskommunikation überwachen, wurde unter die Lupe genommen, nachdem der deutsche Komiker Jan Böhmermann in einem früheren Nachtjob seine Verbindungen zu einem russischen Unternehmen hervorgehoben hatte. Alphabetische Anzeige.

Vor der Leitung der Cybersicherheitsbehörde der Bundesregierung hat Schönbaum den gleichnamigen Cyber-Sicherheitsrat Deutschland mitgegründet, eine als ehrenamtlicher Verein eingetragene Interessenvertretung.

Auf seiner Mitgliederliste hat der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland seit 2020 ein in Berlin ansässiges Cybersicherheitsunternehmen, Protelion, früher bekannt als Infotecs, eine Tochtergesellschaft eines russischen Unternehmens, das von einem ehemaligen KGB-Mitarbeiter gegründet wurde und für den er eine Medaille erhielt der Ehre. Dienste des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

„Das russische Unternehmen Infotecs, das unsere kritische Infrastruktur vor russischen Cyberangriffen schützen will, arbeitet mit russischen Geheimdiensten zusammen“, äußerte sich Boomermann in seiner Sendung skeptisch. „Der russische Agent Infotecs, der unter dem Namen Protelion GmbH vertrieben wird, setzt Sicherheitssoftware für deutsche Firmen ein.“

Während das Programm nicht behauptete, dass Schönbohm weiterhin enge Beziehungen zu Protelion unterhielt, nachdem er Sicherheitschef der Regierung wurde, warf die Offenlegung Fragen über das Urteil eines wichtigen Beamten auf, zu einem Zeitpunkt, als die Besorgnis über die Anfälligkeit kritischer Infrastrukturen in Deutschland zunahm .

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Nach dem Böhmermann-Programm hat Deutschlands Cyber-Sicherheitsrat Protelion von seiner Mitgliederliste gestrichen, die Vorwürfe der unzulässigen russischen Einflussnahme aber als „lächerlich“ zurückgewiesen.

Mehrere Unternehmen, darunter das Softwareunternehmen TeamViewer und der Energiekonzern E.ON, haben jedoch ihre Mitgliedschaft in der Gruppe gekündigt.

Es stellte sich auch heraus, dass trotz Schönbaums Drängen, sich von dem von ihm mitbegründeten deutschen Cybersicherheitsrat fernzuhalten, der Cybersicherheitschef Anfang September auf der Feier zum 10-jährigen Bestehen des Lobbyverbands erschien.