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Deutscher Bundestag debattiert offizielle Antisemitismus-Untersuchung auf führendem Festival für zeitgenössische Kunst

Ein Demonstrant vor dem Kunstfestival Documenta in Deutschland hält ein Schild mit der Aufschrift „Wer Israel boykottiert, boykottiert die Juden“. Foto: Reuters/Boris Rössler/dpa

Ein Streit über antisemitische Bilder auf Deutschlands hoch angesehenem Documenta-Festival für zeitgenössische Kunst erreichte diese Woche das deutsche Parlament, wobei der Gesetzgeber schwerwiegende Konsequenzen für Personen forderte, die an der Durchführung des Festivals beteiligt waren.

Beschwerden, dass die indonesischen Kuratoren des aktuellen Festivals, das alle fünf Jahre in Kassel stattfindet, Opfer von Antisemitismus geworden seien, reichen bis in den Januar dieses Jahres zurück, beginnend mit der Teilnahme von Kunstgruppen, die die Kampagne zur Abschottung des Staates unterstützten. Israel durch einen umfassenden Boykott. Dann, kurz vor Eröffnung des Festivals, warnte der hochrangige deutsche Bundesbeamte für die Bekämpfung des Antisemitismus, Felix Klein, dass die Abwesenheit israelischer Künstler beim Festival auf einen Boykott hindeute.

Nachdem die Show Mitte Juni eröffnet wurde, brach ein weiterer Skandal aus, der sich auf ein Wandgemälde konzentrierte, das hässliche antisemitische Stereotypen enthielt – darunter die Darstellung eines israelischen Soldaten als Schwein, das einen Helm trug, auf dem die Buchstaben „SS“ der paramilitärischen Nazi-Organisation prangten . Obwohl das Wandbild aus der Ausstellung entfernt wurde, sagte Bundeskanzler Olaf Schulz aus Protest gegen die „ekelhaften“ Bilder, die es enthielt, einen Besuch des Festivals ab.

Der Deutsche Bundestag will sich diese Woche in zwei getrennten Sitzungen mit dem Thema befassen.

Eine Sitzung des Kulturausschusses des Parlaments wird am Mittwoch in Anwesenheit von Kulturministerin Claudia Roth, der Generaldirektorin des Dokuments, Sabine Schurmann, und dem Vertreter der indonesischen Gruppe Ruangrupa, die das Festival organisiert hat, Adi Darmawan, das Problem des Antisemitismus erörtern.

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Am Donnerstag findet eine Parlamentsdebatte über den Vorschlag der Mitte-Rechts-Parteien CDU und CSU statt, eine Untersuchungskommission zum diesjährigen Festival einzusetzen.

Das teilte CDU/CSU-Sprecherin Christian Schunderlin mit Spiegel Nachrichtenagentur.

„Die Sturheit der Standortverantwortlichen erschwert einen ehrlichen und offenen Umgang mit ihnen“, fügte Schinderlin deutlich hinzu.

Unterdessen trat am vergangenen Freitag ein prominentes Mitglied der Documenta-Jury aus Protest gegen den Umgang des Festivals mit Antisemitismus-Beschwerden zurück.

Professor Ulrich Haltern, Rechtsanwalt aus Hannover, erklärte: Twitter.